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zum Nachschlagen und recherchieren bislang erbeuteter Texte:

 

 

 

 

 

et vera et falsica magica

hrsg. 1591,  

auf den Index gesetzt von Nuntius Frangipani Loos

den Mythosjägern bekanntes Exemplar ging bei einem Feuer verloren. 

 

Der König in Gelb

Theaterstück von Frederic Castaigne

es handelt von der dekadenten, fremdartigen Stadt Ythill, von den Sticheleien und Intrigen innerhalb der königlichen Familie um die Nachfolge für den seit kurzem verwaisten Thron von Yhtill.

Während eines Streites erreicht die Nachricht, das die bleiche Maske, getragen von einem geflügelten Dämon, in der Stadt eingetroffen ist.

Gleichzeitig erscheinen Visionen einer illusionären geisterhaften Stadt am anderen Ufer des Sees Hali, an dem die Stadt Yhtill liegt. Es scheint als verdecke einer der beiden Monde die zwei Turmspitzen der Stadt.

Die königliche Familie zitiert den Fremden an den Hof und unterzieht ihn einer Befragung, die bleiche Maske behauptet Sendbote des Gelben Königs zu sein, der auch der letzte König genannt wird.

Später, auf einem Maskenball zu Ehren der königlichen Familie, weigert sich die bleiche Maske es den anderen Gästen gleichzutun und sich zu demaskieren, er enthüllt dass seine bleiche Maske - keine Maske ist.

Er wird unter Folter befragt, doch gibt er sein Geheimnis nicht preis, er nennt sich das Phantom der Wahrheit und stirbt im Kerker.

In diesem Augenblick, als die bleiche Maske stirbt, erscheint der wahre Gelbe König von jenseits des Sees Hali. Jene die nicht in blanken Entsetzen fliehen, jene die nicht dem Wahnsinn verfallen, müssen feststellen, dass die Geisterstadt mit dem kommen des Gelben Königs verschwunden ist.

Der Gelbe König eröffnet ihnen, dass nunmehr nur noch eine Stadt am Ufer Halis existiert, die Stadt Carcosa, und das Yhtill nicht mehr existiert.

Der Gelbe König tritt die Nachfolge des Throns von Yhtill an, und die Mitglieder der königlichen Familie harren nur noch aus ihr Ende zu erleben.

Charaktere:

  • die Königin in der Stadt Yhtill,
  • Cassilda, Tochter der Königin,
  • Camilla,
  • Uoth,
  • Thale,
  • Aldones,
  • Alar
  • die bleiche Maske,
  • der Gelbe König,

Der gelbe König herrscht nicht in Einsamkeit.

Ein Schatten mit bleicher Maske ist sein Sendbote

und die Gaukler aus Jusa tanzen für ihn.

Einst wurden zwei Gaukler von Jusa in Babylon herbeigerufen

und sie brachten Wahnsinn und Tod.

 

(an zentraler Stelle unterbricht Castaigne mit einem quasi-monologen Entwurf)  

Lassen wir jetzt jegliches dumme Geschwätz. Lassen wir die lächerliche Form.

 

Seit Jahrhunderten presst die gewollte Form den dichterischen Ausdruck zusammen. Seit Jahrhunderten erwarten eng begrenzte Regisseure Regieanweisungen und plappern kostümierte Idioten Sätze in abgezirkelten Scenen nach.

 

Natürlich, mein Stück ist auch so. Und doch ist es mehr, mehr noch an dieser Stelle hier.

 

Wer das liest und wer an meinen Worten hängt, wird dies um so mehr empfinden, und er wird es so umsetzen, wie meine Vision ist und wie es die des Lesers ist, des Lesers, der das gelbe Zeichen richtig versteht und meine Visionen teilt.

 

Und es gibt ja überhaupt keinen Leser mehr. Denn der Leser ist nicht der aussenstehende Betrachter, er ist der Schauspieler, der erleidet, was er spielt. Und es gibt keine Schauspieler mehr, so wie es keine Leser mehr gibt. Denn das was der schauspielende Leser nicht spielen kann, ist so echt, wie das, was der Mensch, der Schauspieler war, nicht nur auf der Bühne des Theaters, sondern auf der Bühne der Welt erleidet.

 

Mein Stück ist für den echten, den wahren Menschen, den Menschen, der sich seiner Nichtigkeit offenbar geworden ist und herumirrt zwischen den Trümmern dessen, war er jetzt, im Nachhinein, nur als die sperrigen Formen einer Uraufführung der Welt betrachten kann. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes nichts, und die Vorhänge, die die Wahrheit verdeckten, öffnen sich ihm, um ihn nun endgültig und unwiderruflich in die Welt zu setzen aus der es kein Entkommen gibt.  

 

Dies ist das Geheimnis dieser Szene:

Wenn der wirklich große Schauspieler - und nur die Person, die keine Person mehr ist, ist ein wirklich großer Schauspieler - von seiner Rolle erfüllt, ungekleidet oder geschminkt sich entsetzlich oder verzücken, verführerisch oder abstoßend im Spiegel steht und dort die neue Persönlichkeit betrachtet, dann schafft er sich mit dieser Analyse eine neue Vollendung.

Ich spreche von Cassilda, Cassilda ist nicht eine oberflächliche, willfährige Person. Cassilda spielt nicht. Cassilda ist. Cassilda ist nicht das Schauspiel der Liebe, Cassilda ist die Liebe.

Aber Cassilda als Liebe ist nichts, weil der Mensch nicht ist. Weil der Mensch nicht ist, sind auch seine möglichen Gefühlsregungen höchst überflüssig und nicht existent für die Welt und das Universum. Nichts ist als die Mauern, die unendlichen Mauern dort auf einer anderen Welt, dort unter einer roten Sonne, dort angesichts dessen, was wahr ist und als gelber König nun zu uns kommt. Nichts ist ausser dem Gelben König. Nichts. Und Cassilda, die nichts ist, weiß das. Sie sitzt und schmust und lacht, und der Maskierte kommt und küßt sie.

Sie sieht sich im Spiegel, wie sie den Maskierten küßt, eine lange schwarze unendliche Treppe herrunterkommen. Sie kommt die Treppe hinunter, sieht sich auf der Treppe eines Schachtes, der ein Brunnen war.

Sie küßt im Brunnen den Maskierten und sieht sind dabei im Spiegel, wie sie die Treppen in die Luft hinaufläuft und dort den Maskierten küßt, während sie sich im Spiegel herunterfallen sieht in eine Masse, die ihr entgegen kommt, und wieder, in sich spiegelnd, küßt sie und küßt und küßt.

Wolken brechen wie Wellen am Strand
Zwillingssonnen versunken im See
Schatten strecken sich                             in Carcosa


 

Fremd ist die Nacht der schwarzen Sterne
in der tote Monde endlos steigen

doch fremder                                           ist Carcosa


 

Wo des Königs Gewand zerfleddert weht
verstummen der Hyaden Lieder
ungehört                                                  in Carcosa


 

Meiner Seele Lied stirbt ungesungen
trocknet wie Tränen;
die ungeweint                                          in Carcosa


 

Cassildas Lied, Der König in Gelb

Camilla: 

Auch Sie, mein Herr sollten sich nun demaskieren.

Fremder:

Wirklich?
Cassilda: 

Ja, es ist an der Zeit. Wir alle, bis auf euch, haben unsere Masken abgelegt.

Fremder:

Ich trage keine Maske.

Camilla: (voller Schrecken, greift nach Cassildas Arm)

Keine Maske! Keine! Maske!

 1.2, Der König in Gelb  

Cassilda:

Ich sage Dir doch, ich bin verloren, vollständig verloren!

Camilla: (selbst auf's tiefste verschreckt)

Du hast den König gesehen?

Cassilda:

Und er hat mir die Fähigkeit genommen, meine Träume zu wählen ... ja, ihnen zu entkommen!

2.6, Der König in Gelb  

de vermiss Mysteriis

von Ludwig Prinn, lateinische Ausgabe von 1542

das Werk erörtert die arabische Welt und deren Sagengeschichten, es richtet sich an Magier und Kundige.

 

... nun sind da einige ungestüme Wirrköpfe unter euch, die nicht verstehen und einsehen, dass die Weisheit der Grossen Alten, in deren Namen unsere Kraft entsteht, nur langsam und behutsam erlernet werden kann, da der menschliche Geist zu schwach und zu klein ist, um die Glorie dessen, was der dunkle Fürst im schwarzen Golf von N'Kay an seine wahren Kinder weitergab, sofort zu verstehen und in sein Wesen aufzunehmen.

 

Auch ich, der nun sein Flötenspiel hörte und zu diesen Klängen exstatisch im Herzen der Welt tanzte, benötige mehr als eine Lebensspanne, um klaren Geistes und klaren Herzens dienen zu können. So habt dann Geduld, meine Freunde, und seid euch versichert, ihr seid auch jetzt schon nächtige Magier, wann auch unwillentlich.

 

Ihr mögt glauben, ich scherze. Doch lasse ich mich nicht beirren und frage, ob ihr meine Schriften leset. Ihr, meine Schüler, werdet es bejahen. Ich frage weiter, wie lange ihr leset. Sagt es mir dann werde ich ausrufen: Aber ihr seid ja Magier! Mächtige Magier seid ihr!

 

Doch glauben werdet ihr mir das nicht. Dies aber zu verstehen, so sei euch gesagt, ist der erste Schritt zu der wahren, wirklichen Magie, die sich weit unterscheidet von jener Scharlatanierie, wie sie an den Höfen betrieben wird.

 

Ich frage euch, was denn ein sorgfältig dahingepinselter oder gemalter Buchstabe anderes sei als gefesselte, magische Energie? Ihr möget vielleicht glauben, man schreibe, weil man seine Besitztümer zähler wolle, oder man zeichne seine Taten auf, um sie lebendig zu erhalten, so wie es dutzende Könige und Kaiser minderen Geblüts taten. Ich sage euch jedoch, dies ist nur ein weiterer Schleier, der zerrissen werden muss.

 

Warum schreibt jemand? Damit er in dem Geiste der Lesenden lebendig bleibt! Lesende schenken also ihr seelische Kraft, ihr ganze Aufmerksamkeit dem, der das Zeichen entwarf. Was ihr heute aber als die Zeichen der Schrift erkennt, meine Freunde, sind nichts weiter als die verstümmelten Zerrbilder jener magischen Symbole, mit denen sich die aufrührerischen Menschen gegen die Sendboten des Schlafenden im versunkenen R'lyeh wehren wollten und in denen ihre geistige Macht sich gegen ihre Widersacher wendete.

 

Doch fühle ich eure Ungläubigkeit, und ich fordere euch auf, meine Worte über die Schrift aufzunehmen. Ich sage euch, indem ihr meine Sätze lest, schenkt ihr eure Energie, mit der ich unseren Herren dienen kann. Seid gewiß, in dieser Art verlaufen die Wege. Doch solltet ihr auch weiterhin zweifeln, so werdet ihr nie der Magie kundig werden. 

 

Der Gaukler von Jusa

über die Gefahren der Stadt Carcosa, ein Auszug zum Werke:

 

Der Gelbe König,

...lasset mich noch berichten, von jenem gelben Zeichen, das der Ursprung aller jener verstümmelten Zeichen ist, die jetzt so tausendfach die Welt erfüllen und mehr und mehr ihrer Macht verlustig gehen, je mehr sie verändert werden.

 

Das gelbe Zeichen

Das inferanlische Gelbe Zeichen, das Zeichen des gelben Königs

 

Seht ich kenne da eine andere Welt, eine Welt unter einer roten Sonne und einem grünen Mond. An den Ufern eines schwefelnebelingen Sees liegt die Stadt, die Carcosa genannt wird. Diese Stadt gibt es nicht, und sie hat es nie gegeben, so wie die Stadt, die unter einer anderen Sonne an einem anderen See an eben jener Stelle gelegen haben, nie gegeben hat.

 

Die Stadt, die ich kenne, ist erfüllt von der magischen Macht des gelben Königs, und es gibt dort nichts außer dieser Macht, den die Stadt ist der König.

 

Gehe ich dort die Wege entlang, die an sperrigen, düsteren Türen vorbei, von verlorenen Seelen begrenzt, immer wieder nur in die Irre führen, enden sie nie, denn diese Wege sind meine Gedanken, die in den Gedanken des gelben Königs verankert sind. Diese Welt, die ist und doch nicht ist, ist aber entstanden alleine aus der Kraft der hingepinselten Symbole und der Art, wie sie zusammengefügt wurden.

 

Warum aber, glaubt ihr, schreibe und nenne ich nicht den Namen dieses Kindes der Dunkelheit, dessen Geist jene wirkliche und unwirkliche Welt erst erschuf? Weil ich dann Macht über ihn bekäme, weil er mir dann hörig werden würde, fände ich den richtigen Weg, seinen Geist durch ein Symbol zu begrenzen.

 

Daher ist jener im See Hali unaussprechlich und unbenannt für uns, denn wir sind seine Diener, er aber ist einer der Götter (...)

 

(...) nun mag es sein, dass eure eigene Unvorsichtigkeit oder euer Leichtsinn im Umgang mit jenen Dingen euch unvermutet wiederfinden lässt an den Gestaden jenes nebelverhangenen Sees, der ist und wiederum nicht ist.

Es mag sein, dass ihr bewußtlos die Wege entlangtaumelt, die nur gehen solltet mit klarem Geiste, und so möchte ich euch zu eurem Vorteile eines jener arkanen Zeichen lehren, welches ihr tropfen müßt mit dem ausgelassenen Tag siebenjähriger Rinder auf mit eurem Blut getränkten Papier.

Mögen euch dann eure Augen auch entsetzen, mögen euch die wahren Erkenntnisse auch verzweifeln, wenn ihr stark, wenn ihr bereit und wenn ihr wahre Magier seid, werden sie euch nicht belangen. Dies aber soll das Zeichen sein.

 

Zeichen für arkanen Schutz

 

(Das ist ein starker und daher extrem unsicher wirkender Spruch. Zum einen gelingt er nur, wenn der Anwender einen Manapunkt opfert und mit einem %-Wurf unter dem fünffachen Wert der restlichen Manapunkte bleibt.

Der Spruch hält nur W6 Monate. Der Spieler muss in jeder entsprechender Situation seinen %-Wurf gegen die Manapunkte schaffen, ansonsten ist der der doppelten Wirkung ausgesetzt.) 

 

 

Traumlande 

 

1856, von Ludwig Johannes von Mühlenau

 

 

 

 

Fragement eines Expeditionsberichts:

... mein Junge (Assistent) lachte mich aus, auch der 7. Versuch die Keilschrift zu übertragen, ja auch nur sie abzumalen scheiterte, ich versagte kläglich. 

 

Immer schrieb ich Unsinn auf, verschwammen die Zeichen beim schreiben und ich merkte es erst nachdem ich mehrere Zeilen Kauderwelsch formliert hatte.

 

Er lachte so aufreizend, dass ich ihm den Griffel in sein Auge stieß, mit Leichtigkeit drang ich durch sein Auge und weiter in sein Hirn.
Er sackte lautlos zusammen und ich nagelte sein Gesicht zigfach - bis sein Gesicht eine breiige Masse war.

 

Verblüfft über mich selbst setzte ich mich wie in Trance auf das Kniekissen und schrieb die Keilschrift ab...
nicht mit Tinte oder Tusche, mit Blut!
Ich verstand jetzt - mit seinem Blut gelang mir die erste exakte Kopie der Inschrift!